Mittwoch, 15. Mai 2013

Huckelriede abstempeln?!


Wir denken häufig, dass wir den eigenen Stadtteil wie die eigene Hosentasche kennen. Täglich bewegen wir uns hier, spielen mit unseren Freunden auf der Straße, treffen unsere Nachbarn morgens vor der Tür und erledigen am Supermarkt an der Ecke noch unsere letzten Einkäufe. Doch manchmal gehen wir eine Straße weiter und sind verwundert, wo sind wir hier, ist dies noch mein Stadtteil? Oder wir entdecken das erste Mal den Erker am Haus schräg gegenüber und fragen uns, war der schon immer da?
Denn in jedem Stadtteil, in jeder Straße, wahrscheinlich in jedem Haus und bestimmt in jeder Hosentasche gibt es immer zu etwas neues zu entdecken.
Mit einer Reihe von sechs Urbanen Spaziergängen laden wir dieses Jahr dazu ein, Huckelriede wie unsere Hosentasche kennenzulernen. Dazu werden wir die unterschiedlichen Teile dieses aufregenden Ortsteils erkunden und viele spannende Orte entdecken. Vor allem aber wollen wir die Menschen kennenlernen, die Huckelriede selbst wie ihre Hosentasche kennen.
Wie bisher werden diese Spaziergänge in entspannter Atmosphäre stattfinden und sind für alle Interessentinnen offen und kostenlos.

Sie finden an den Sonntagen 26. Mai 2013, 9. Juni 2013, 23. Juni 2013, 18. August 2013, 1. September 2013 und 8. September 2013 jeweils um 14Uhr statt und starten alle im Huckelrieder Zentrum am Spielplatz im Huckelrieder Park.

Die Urbanen Spaziergänge sind Bestandteil des Projekt Pfleger und Sammler, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, 2013 Huckelriede und HuckelriederInnen besser kennenzulernen.

Unterstützt durch das Programm Soziale Stadt Bremen, dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und der ZZZ-ZwischenZeitZentrale Bremen. 

Freitag, 16. November 2012

Weser Kurier, 29.10.2012 "Auf ungewohnten Wegen zu interessanten Ecken"


Auf ungewohnten Wegen zu interessanten Ecken

+VON SOLVEIG RIXMANN
Hastedt ·Gartenstadt Vahr. Nur wenige Autos fahren an diesem Sonntagmittag die Stresemannstraße oder die Steubenstraße entlang. An Wochentagen wird das Gebiet rund um das Stadtamt allerdings von Autos dominiert: Pkw-Verkehr, Autohäuser, Waschanlagen, Baumärkte, der ADAC in Blickweite und die Kfz-Zulassungsstelle. Dort ist der Treffpunkt für den dritten und für dieses Jahr letzten urbanen Ökostadtspaziergang unter dem Motto „Zwischen Gartenstadt und Autobiotop“.
„Wenn man irgendwo von einer Automeile sprechen will, dann hier“, sagt Oliver Hasemann vor dem Stadtamt. Das denkmalgeschützte Gebäude aus den 60er-Jahren wurde vom Bremer Architekten Gerhard Müller-Menckens gebaut, der auch für den Erweiterungsbau der Sparkasse verantwortlich zeichnet. Früher gehörte es dem Überlandwerk Nord-Hannover und ist seit der Fusion mit dem Energieversorger EWE in dessen Besitz. Die EWE vermietet an das Stadtamt. „Statt es selbst zu betreiben, wird gemietet“, sagt Oliver Hasemann und wirft die Frage auf, ob es wirklich immer sinnvoller und kostengünstiger ist, die Verwaltung und Instandhaltung von Gebäuden aus der Hand zu geben.
In diesem Bereich Bremens sind Fußgänger eher ungewöhnlich. Es werden Autos angemeldet oder mit dem Auto zum gegenüberliegenden Baumarkt gefahren und eingekauft. Das Konzept des Baumarktes scheint so starr, dass das Unternehmen nicht in das Gebäude des ehemaligen Paketzentrums einziehen konnte, sondern ganz neu bauen musste. Mit seinen 24 000 Quadratmetern ist der Baufachmarkt „6000 Quadratmeter kleiner als der Schuppen 2 – das Zentrum der Kreativen“, betont Daniel Schnier.
Hinter dem Gebäude, direkt an der Bahnstrecke gelegen, befinden sich die Mitarbeiterparkplätze eines benachbarten Telekommunikationsunternehmens. Offensichtlich werden die Parkplätze nicht mehr gebraucht, werden aber auch nicht bebaut. Durch eine Unterführung gelangt man als Fußgänger zwischen zwei Bahnstrecken. „Das wirkt jetzt natürlich – wo kein Zug fährt – extrem idyllisch“, sagt Oliver Hasemann inmitten von herbstlaubgefärbten Bäumen. Ein vorbeifahrender Zug ändert die Situation komplett und verwandelt das Gebiet offenkundig in eine Fläche, mit der man nicht alles machen kann.
Etwas verwundert gucken die Besucher beim Schausonntag des Autohauses die Gruppe Sonntagsspaziergänger an. Auch Passanten, die ihren Hund spazieren führen oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, schauen skeptisch. Stadtführungen sind in diesem Gebiet Bremens sonst nicht anzutreffen.
Die ungewohnten Orte wollen der Diplom-Ingenieur in Raumplanung, Oliver Hasemann, und der Diplom-Ingenieur in Architektur, Daniel Schnier, vom AAA (Autonomen Architekten Atelier) den Spaziergängern zeigen: die unbekannten Ecken, die Entwicklungen abseits der historischen Sehenswürdigkeiten. Normalerweise beschränken sich diese Spaziergänge auf einen Ortsteil. Ausnahmsweise führt dieses Mal der Weg von Hastedt in die Gartenstadt Vahr. Angeboten werden die urbanen Spaziergänge des AAA in Kooperation mit dem Verein Ökostadt Bremen und dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr.
Auch wenn eine Verquickung von Wohnen und Arbeitsstätte angestrebt wird, schließen sich bestimmte Wohn- und Arbeitsweisen einfach aus. In der Neidenburger Straße halten die urbanen Stadtführer vor einem Überbleibsel aus vergangener Zeit. Zischen Kfz-Service und Erotikversand steht eines der letzten Kaisen-Häuser Bremens. „Der Bebauungsplan für das ganze Areal ist 1970 in Kraft getreten. Davor ist das landwirtschaftlich genutzt worden“, erzählt Oliver Hasemann, während die Musik des benachbarten Fitnessstudios herüberschallt.
Die Fahrrad- und Fußweg-Verbindung zwischen Hastedt und der Vahr führt zur Beneckendorffallee. Hinter der Bahnlinie zeigt sich ein anderes Stadtbild. Keine Gewerbebebauung, sondern Wohnhäuser – das Wohngebiet der Gartenstadt Vahr. Sozialer Wohnungsbau der 1950er-Jahre, sehr original geblieben. Der in den 1850er-Jahren entwickelte Plan von Baudirektor Alexander Schröder sah entlang der Beneckendorffallee einen Verkehrsring vor, wurde aber nie verwirklicht. Heute ist dies eine ideale Fahrradverbindung.
Schlusspunkt ist das Supermarktgelände gegenüber der Galopprennbahn. „Wir fanden dieses Nebeneinander im höchsten Maße spannend“, sagt Oliver Hasemann. Kein Villenviertel, aber mittendrin die Galopprennbahn. Doch die war vor allem anderen dort – ob es auch eine Zukunft für sie gibt, entscheidet sich (wie berichtet) Anfang November.
© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Text: Solveig Rixmann, Fotografien: Petra Stubbe, Ausgabe: SOS Seite: 5 Datum: 29.10.2012

Resumee und Dokumantation Urbaner Spaziergang „Stadtverfüllungsflächen – Zwischen Gartenstadt und Autobiotop“ am 21.10.2012

An einem wunderbaren sonnigen Sonntag startete das AAA mit zirka 50 Spaziergängerinnen den letzten und dritten Urbanen Ökostadtspaziergang in Kooperation mit Ökostadt Bremen e.V.
Der Beginn des Spaziergangs lag am ehemaligen Sitz der Überlandwerke Hannover und jetzigem Stadtamt Bremen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird seit 2004 vom Stadtamt Bremen, Ausländeramt, Kfz-Zulassungstelle und Fundamt gemietet, der Eigentümer ist die EWE. Ein Umstand, der mit der inzwischen gängigen Praxis zusammenhängt, Gebäude nicht mehr selbst zu bauen, zu besitzen und zu betreiben, sondern dies an spezialisierte Unternehmen abzugeben. Eine Praxis, die auch von der öffentlichen Hand betrieben wird. Die Frage, ob dies im Endeffekt wirklich günstiger ist oder „nur“ eine temporäre Ersparnis erbringt, wurde hierbei in den Raum gestellt.

Das Kfz-Amt bildet aber auch Baustein der Bremer Automeile. Unser Spaziergang führte uns weiter an Autohäusern, Autowaschstrassen und (Auto-)Tankstellen vorbei zu einem Atoll der Heimwerker. Ein riesiger Drive-Inn Baumarkt hat sich mit 24.000m2 Fläche an der Stresemannstraße ausgebreitet. Große Tore erlauben es den Kunden direkt in eine der Hallen einzufahren und dort ihr Fahrzeug direkt zu beladen. Das hier massiv Boden versiegelt wurde, wird von den wenigen begrünten Parkplatzflächen und der begrünten Dachlandschaft nicht wirklich verdeckt.


Der weite Weg um das Gebäude herum führte uns unter der Bahnlinie nach Hannover hinweg in einen abgeschlossenen, versteckten Bereich zwischen eben dieser Bahnlinie und der Linie Bremen – Osnabrück. Wenn nicht gerade ein Zug die Stille störte, war dies ein höchst idyllischer Ort. Links eine Gärtnerkolonie weiter Richtung Sebaldsbrück sogenanntes „graues Gewerbe“, dass sich bis zur Fahrradstraße Hastedt-Alte Vahr erstreckt. Dieses wirklich ausgedehnte Gewerbegebiet an der Neidenburger Straße ist weitgehend unbekannt. Zwischen Tanzräumen, Gebrauchtwagenhändlern oder Waschmaschinenmonteuren fand sich   hier auch noch ein einsames Kaisenhaus.


Über einen gut genutzten Fahrrad- und Fußweg (Autos waren nicht erlaubt) erreichten wir erstaunlich schnell die Gartenstadt Vahr. An der Benneckendorfallee, die ursprünglich als Entlastungsstraßen geplant war und heute ein Fahrradschnellweg ist, hielten wir kurz und diskutierten mit Blick auf den Sozialen Wohnungsbau der 50er und 60er Jahre die gegenwärtige Situation, in der es nach Jahren des Überangebots wieder an bezahlbaren Wohnungen fehlt, da es für freie Bauträger eben keine Anreize gibt, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wenn sie mit hochpreisigem Wohnungsbau wesentlich höhere Gewinne einstreichen können.

Unser Spaziergang endete nach Durchquerung der Gartenstadt Vahr auf dem Parkplatz eines großen Einkaufszentrums mit Blick auf den Rennplatz Bremen. Die großen Parkflächen des Supermarkts fanden an diesem Sonntag noch einmal Anklang für die Besucher des Renntages, doch dieses Rennen könnte durchaus das letzte gewesen sein.

Wir danken allen, die auf den Spaziergängen dieses Jahr dabei waren und laden zu neuen Urbanen Spaziergängen in Kooperation mit ÖkoStadt Bremen e.V. im Jahre 2013 ein.

P.S.: Wir waren nicht auf dem Rennplatz, weil am Eintritt nach zwei Stunden noch immer der volle Preis verlangt wurde.

Vielen lieben Dank auch für die Fotografien von Thorben Thürmer (c) 2012.

Montag, 5. November 2012

AAA in der Süddeutschen Zeitung am 02.11.2012

Hier ist der Link zum Artikel "Schätze an der Straße" von Joachim Göres vom 02.11.2012. Erschienen in der Süddeutschen Zeitung.

Fotografie: AAA, D. Schnier (c) 2008

Dienstag, 16. Oktober 2012

Urbaner Spaziergang "Stadtverfüllungsfläche - Zwischen Gartenstadt und Autobiotop" am Sonntag, den 21.10.2012 um 14Uhr


Wie in einem automobilen Biotop wird die Umgebung der Kfz-Zulassungsstelle von Autohäusern und Autodächern dominiert. Die automobilisierte Einkaufsstraße führt den Fahrer durch eine Szenerie, die von Parkplätzen, Waschanlagen und befahrbaren Baumärkten durchsetzt ist. Auf ihren Rückseiten drängen sich die an den Rand geschobenen Nutzungen. Schmale Wege, Buckelpisten und Brombeerhecken sperren die Automobilisten aus dieser morbiden Kulisse aus.
Zwischen dem historischen Stadtzentrum und den Industriequartieren gelegen, wirken die Stationen unseres dritten Urbanen Ökostadtspaziergangs wie eine stadtentwicklerische Füllmasse. Auf Gewerbe folgen Kleingärten, auf die Gärten die Gartenstadt Vahr und auf diese wiederum das eher kleinbürgerliche Ambiente des alten Sebaldsbrück. Ganz im Gegensatz dazu und eher versteckt liegen mittendrin die Galopprennbahn und der Schlosspark.

Der Spaziergang ist kostenlos.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen! AAA

Datum: Am Sonntag, den 21.10.2012 um 14Uhr
Start: Haupteingang Stadtamt Bremen, Stresemannstr. 48, 28207 Bremen

Mit freundlicher Unterstützung des Senator für Umwelt, Bau, Verkehr in enger Kooperation mit ÖkoStadt-Bremen e.V.
AAA Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Titel: Daniel Schnier und Oliver Hasemann, Text: Oliver Hasemann, Gestaltung und Fotografien: Daniel Schnier

Weser Kurier "Hastedts Industriekultur auf der Spur" vom 01.10.2012

Artikel im Weser Kurier von Herrn Edwin Platt siehe Hyperlink: © Copyright Bremer Tageszeitungen AG Text: Edwin Platt, Fotografien: Petra Stubbe, Ausgabe: SOS Seite: 4 Datum: 01.10.2012

Resumee und Dokumentation "Stadt Rahmen" am 23.09.2012 um 14Uhr




Resumee und Dokumentation "Stadt Rahmen"

Begibt man sich in den Schatten des Kohlekraftwerks in Hastedts, begibt man sich in die Bremer Industriegeschichte. Diese Erkenntnis gewannen wir auf unserem vergangenen Urbanen Ökostadtspaziergang sehr schnell. Die hier erzeugte Strom trieb die Maschinen von Traditionsfirmen wie der Lloyddynamowerke, der Deutsche Waggonbau oder von Borgward an. Viele der alten Industriegebäude stehen noch und werden teilweise noch als Produktionsstätten genutzt, viele von ihnen sind in eine neue Nutzung überführt wurden.
So haben sich im Ogo-Haus mittlerweile Künstler mit Atelier- und Wohnlofts angesiedelt, der direkte Blick auf das Kraftwerk ist für sie eher Inspiration denn Abschreckung. Reinhold Budde und Jürgen Moldenhauer gaben uns während des Spaziergangs die Möglichkeiten, einen kleinen Blick in die neuen, alten Räume werfen. Auch in der benachbarten alten Goliath Firmenverwaltung sitzen mittlerweile Software-Unternehmen oder Architekturbüros. Auch hier hatten wir das Glück, einen Blick in die historischen Räume werfen zu können.

Historisch ist dabei eine Kategorie, die in Hastedt gar nicht so weit in die Vergangenenheit greift. Der im Titel des Spaziergangs benannte Rahmen aus vierspurigen Verkehrstrassen ist erst in den 60er Jahren entstanden und einige Teilnehmerinnen konnten sich noch gut an die Zeiten erinnern, als die Föhrenstraße die Hauptstraße des Quartiers bildete und Maler- und Pfalzburgerstraße noch nicht den Stadtteil zerschnitten. Erst mit zunehmenden Wohlstand und der Automobilisierung der Bevölkerung wurden die Straße in diesem Maße ausgebaut, dass ganze Quartiere voneinander getrennt wurden.
Denn das ein so gut übersehbares Hindernis wie eine Straße die gleiche Wirkung wie eine Mauer entfaltet, merkten wir nach Überschreiten der Malerstraße sofort. Das Innere von Hastedt, die Straßenzüge zwischen Fleetrade, altem Postweg oder Hastedter Heerstraße sind weitgehend unbekannt. In den Hinterhöfen alter Bremer Häuser existieren teilweise noch Gewerbebetriebe, teilweise sind hier Wohnhäuser entstanden. Es verbirgt sich hier aber auch Bremens historischer jüdischer Friedhof.

Der Blick in die Hinterhöfe konnte dabei nur ausschnittsweise geschehen und machte neugierig auf weitere Erkundungen, die am Sonntag, den 21. Oktober um 14Uhr mit dem nächsten Urbanen Ökostadtspaziergang "Stadtverfüllungsfläche" weitergehen.

Dank an Thorben Thürmer für die GPS-Daten (siehe hier)

Nächster Urbaner Spaziergang "Stadtverfüllungsfläche" am Sonntag, den 21.10.2012 um 14.00Uhr vor dem Stadtamt Bremen an der Stresemannstr. 48, 28207 Bremen

Dienstag, 4. September 2012

Urbaner Spaziergang "Stadt Rahmen" am 23.09.2012 um 14Uhr



Schon von weitem markieren die Wolken über den Schornsteinen des Kohlekraftwerks die Lage von Hastedt im Bremer Stadtgebiet. In ihrem Schatten erstrecken sich die Fabrikhallen alter Bremer Traditionsunternehmen, deren Strukturen einst den gesamten Bremer Osten prägten. Breite Verkehrsschneisen durchlaufen den Stadtteil und fassen ihn gleichsam in einen grauen Rahmen aus Beton. Doch nur wenige Schritte weiter verlieren sich diese klaren Formen, verwinkelte Straßenzüge und versteckte Grünflächen erzeugen das Gefühl von Unübersichtlichkeit.

Auf unserem zweiten Urbanen Ökostadtspaziergang tauchen wir in den Dunst des Kohlekraftwerks ein. Hinter den industriellen Fassaden entdecken wir neue Nutzungen und im Gewirr der alten Dorfwege stolpern wir über Formen neuen Wohnens und kreativer Lückennutzung.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen! AAA

Datum: Am Sonntag, den 23.09.2012 um 14Uhr
Start: Kraftwerk-Hastedt, Föhrenstr. 76, Bremen
Der Urbane Spaziergang ist kostenlos.

Mit freundlicher Unterstützung des Senator für Umwelt, Bau, Verkehr in enger Kooperation mit ÖkoStadt-Bremen e.V.
AAA Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Titel: Daniel Schnier und Oliver Hasemann, Text: Oliver Hasemann, Gestaltung und Fotografien: Daniel Schnier

Weser Kurier, 30.08.2012 "Industrie und Wohnen nebeneinander"


Dokumentation und Resümee "Fingerverzinkung - Neue Zinnen auf alten Schlössern - eine Zeitreise auf alten Dorfwegen" vom 26.08.2012


An der Endhaltestelle Sebaldsbrück fanden sich am vergangenen Sonntag 50 Teilnehmerinnen ein, um von hier aus mit uns zusammen zu Fuß weiter in den Bremer Osten zu spazieren. Wir bewegten uns hier von Sebaldsbrück aus durch Hemelingen bis Hastedt durch drei Ortsteile. Der Spaziergang diente dabei dazu, auf dem Weg die Umbrüche in der Stadtentwicklung aufzuzeigen, auf die Veränderungen und Neubauten zu verweisen, die sich immer wieder vollzogen haben, aber auch die Konstanten zu benennen, die sich über die Jahrzehnte und Jahrhunderte ablesen lassen. Also ein Urbaner Spaziergang im besten Sinne, als er das eigentlich Urbane, die Veränderung, Erneuerung oder Neuinterpretation, zum Ziel hatte.
Diese wurde anhand der vorhandenen industriellen Bauwerke, die heute den Stadtteil prägen, sichtbar. Das Hemelingen der Stadtteil mit den meisten industriellen Arbeitsplätzen in Bremen ist, ließ sich durch sie leicht erkennen. Die Grundlage für diese Erkennbarkeit liegt allerdings in der heute nicht mehr sichtbaren Ausgangslage. Denn aufgrund der historischen Lage Hemelingens Ende des 19. Jahrhunderts außerhalb der Bremer Staatsgrenzen hatten sich hier entlang der Bahnstrecke Bremen – Hannover die ersten Gewerbeunternehmen angesiedelt. Einige dieser alten Produktionsstätten sind bis heute in Betrieb, Teile der alten Borgwardwerke oder der Silberschmiede Wilkens werden weiterhin in ihrer ursprünglichen Funktion, andere wiederum stehen zwar noch, werden aber, wie das KuBiKo, inzwischen in neuer Weise genutzt.
Unser Weg durch Hemelingen folgte den sichtbaren und den unsichtbaren Spuren. Wir folgten der alten Sebaldsbrücker Heerstraße bis uns die Werkstore des Mercedes Werkes den weiteren Weg versperrten. Die über 10.000 Arbeitnehmerinnen alleine von Mercedes wirken sich erkennbar auf die Verkehrsinfrastruktur des Stadtteils aus, die breit ausgebauten Straßen und der Hemelinger Tunnel zeugen hiervon. Über ein ehemaliges Nadelöhr, dem Brüggeweg über die Bahnstrecke Bremen – Hannover, bewegten wir uns in Richtung des Zentrums von Hemelingen. Hier war im Zuge der Bauarbeiten des Hemelinger Tunnels eine Brache entstanden, über die wir nun unsere Blicke in die Weite auf die ersten Ansätze eines entstehenden Parks und die verbliebenen Objekte des Projekts Aller.Ort 2011 schweifen lassen konnten.
Ehemals standen hier unter anderem die Fabriken von Focke-Wulff und Nordmende, nun entwickelt sich dieser Zentrale Ort zu einem Park inmitten des Stadtteils. Entlang der alten Straßenverläufe der Dietrich-Wilkens-Straße und der Godehardstraße war von der Brache aus auch die Haupteinkaufsstraße des historischen Zentrums Hemelingens nahe liegend. Einst eine lebendige Einkaufsstraße mit Geschäften für jeden Bedarf, befindet sich auch die Hemelinger Bahnhofsstraße momentan in einem Status des Übergangs mit Ladenleerständen aber auch mit neuen Nutzern, die unter anderem die alte Apotheke nach Jahren des Leerstands in neuem Glanze strahlen lassen. Über die verschlungenen Pfade der alten Dorfstraßen, über den Hinterhof von Coca-Cola und Könecke (bald auch eine innerstädtische Brache) erreichten wir dann die Gestade des Hemelinger Hafens. Endpunkt dieses und Startpunkt des nächsten Urbanen Spaziergangs am 23. September 2012 bildete dann das Kohlekraftwerk.



Dienstag, 7. August 2012

Urbaner Spaziergang "Fingerverzinkung - Neue Zinnen auf alten Schlössern - eine Zeitreise auf alten Dorfwegen" am Sonntag, den 26.08.2012 um 14Uhr


Fingerverzinkung
Neue Zinnen auf alten Schlössern - eine Zeitreise auf alten Dorfwegen

Wo einst dichter Rauch aus den Schornsteinen der Industrieanlagen stob, erhebt sich heute eine lichte Vegetation über dem Hemelinger Tunnel. Vögel zwitschern und Kinder tollen über die grünen Hügel, nur gelegentlich wird die Ruhe von Flugzeugen im Landeanflug gestört. Im Hintergrund lassen sich noch Reste des hannöverschen Dorfes erkennen, das hier einst auf den Weserdünen seinem beschaulichen Alltag nachging. Überblendet werden sie von den grellen Lichtern und glänzenden Fassaden in zeitgenössischer Gewerbeoptik, die sich entlang der Verkehrstrassen ausbreitet.

Unsere Urbanen Ökostadtspaziergänge führen uns dieses Jahr in die Zwischenzonen der Stadt. Hier liegen altindustrielle Brachen neben wuchernden hypermodernen Shoppingwelten, hier haben die historischen Dorfkerne Bestand, während die Neubauten in ihrer Nachbarschaft schon wieder unter dem Abrissbagger zerfallen. In Hemelingen begegnen wir diesen Orten fußläufig, obwohl zwischen ihnen eine weite Distanz liegt.

Wir freuen uns Euch wiederzusehen! AAA

Datum: Am Sonntag, den 26.08.2012 um 14Uhr
Start: Endhaltestelle der BSAG Linien 2&10 Sebaldsbrück
Der Urbane Spaziergang ist kostenlos.

Mit freundlicher Unterstützung des Senator für Umwelt, Bau, Verkehr in enger Kooperation mit ÖkoStadt-Bremen e.V.
AAA Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Titel: Daniel Schnier und Oliver Hasemann, Text: Oliver Hasemann, Gestaltung und Fotografien: Daniel Schnier

Donnerstag, 31. Mai 2012

Kongress in Bremen: 2nd hand spaces – die Nutzung vakanter Orte als partizipative Praktik

Kongress der ZwischenZeitZentrale am 28. und 29. Juni 2012 in Bremen-Blumenthal

2nd hand spaces – die Nutzung vakanter Orte als partizipative Praktik

2nd hand spaces entstehen vielerorts auf Basis von Zwischennutzungen. Sie ermöglichen die aktive Teilhabe von Stadtbewohner_innen an Entwicklungs- und Gestaltungsprozessen sowie die selbstbestimmte Nutzung von (Stadt-)Räumen. Dadurch fördern 2nd hand spaces Empowerment und involvieren Gruppen, die durch konventionelle Beteiligungsangebote nicht erreicht werden. Sie entfalten eine nachhaltige Wirkung durch den Aufbau sozialer Netzwerke, durch die Identitätsbildung an vakanten Orten und durch eine bedürfnisorientierte Raumproduktion. Als Türöffner und Experimentierfelder können sie über temporäre Nutzungen hinaus zum Ausgangspunkt prozesshafter Um- und Wiedernutzungen werden.

Die ZwischenZeitZentrale (ZZZ) hat über drei Jahre als Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik Zwischennutzungen im gesamten Bremer Stadtgebiet initiiert und begleitet: Brachflächen wurden für Stadtteilprojekte genutzt, Leerstände in kulturelle Produktionsstätten verwandelt und ein für den Abriss vorgesehenes Gewerbegebäude in einen selbstverwalteten Ort für kreative Selbständige transformiert.

Ausgehend von diesen Erfahrungen wird am ersten Kongresstag über Zwischen-, Um- und Wiedernutzungen vor dem Hintergrund partizipativer Planungs- und Aneignungsprozesse diskutiert. In drei Themenblöcken referieren Expertinnen verschiedener Disziplinen entlang folgender Fragen: Wie werden Zwischen-, Um- und Wiedernutzungen den Bedürfnissen ihrer Nutzerinnen angesichts veränderter Ansprüchen an den Stadtraum gerecht? Sind Zwischennutzungen als Ausgangspunkte partizipativer Stadtentwicklungsprozesse geeignet? Warum bleiben sie vielerorts auf situationsbezogenes Taktieren in Problemlagen beschränkt? Welche Chancen bieten Zwischennutzungen für einen nachhaltigeren Umgang mit dem Bestand und der Stadt?

Am zweiten Kongresstag steht der Veranstaltungsort im Vordergrund. Er beginnt mit einem Urbanen Spaziergang über das Areal der ehemaligen Bremer Wollkämmerei (BWK). Anschließend stellen Expert_innen Beispiele über die Entwicklungsprozesse auf unterschiedlichen aufgegebenen Industriearealen vor. Im folgenden Workshop werden Nutzungsoptionen für das Gebäude der ehemaligen Sortierung der BWK entwickelt. Grundlage dafür bilden die temporäre Nutzung des Gebäudes als „Palast der Produktion“ und die Erkenntnisse aus der begleitenden „Wunschproduktion“.

PROGRAMM

Donnerstag, den 28.06.2012

10:00 Begrüßung ZZZ - ZwischenZeitZentrale Bremen
10:15 Grußwort Senator Martin Günthner (Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Bremen)

I Partizipation und Stadtentwicklungspolitik
10:30 Haustüren und Zeitfenster für aktive Teilhabe öffnen ZwischenZeitZentrale Bremen
11:15 Partizipationen. Über das Bürgerbeteiligungsverständnis der Nationalen Stadtentwicklungspolitik Stephan Willinger (BBSR, Bonn)
12:00 Neue Nutzungen für Stadtareale in Bremen: Planungs- und Partizipationsprozesse eröffnen Horizonte und ebnen den Weg Franz-Joseph Höing (Senatsbaudirektor Bremen)

12:45 Mittagspause

II Praktiken der Raumproduktion
13:30 Urban spaces as public action made durable – Learning from de-institutionalisation Dr. Assist. Prof. Massimo Bricocoli (Diap, Politecnico di Milano, Italia)
14:15 Henri Lefebvre und das Recht auf die Stadt Klaus Ronneberger (Stadtsoziologe, Frankfurt am Main)

15:00 Kaffeepause

III Praxisbeispiele: Vakanz und Partizipation
15:15 Stadt der Möglichkeiten Andreas Krauth (Raumlabor Berlin)
16:00 Initiative ergreifen in der Stadtumbaupraxis Prof. Dr. Ing. Holger Schmidt (TU Kaiserslautern)
16:45 Podiumsdiskussion
17:30 Zusammen sein
18:30 Abendessen
20:00 Buchvorstellung second hand spaces – über das Recyceln von Orten im städtischen Wandel / Recycling Sites Undergoing Urban Transformation (im Erscheinen, Jovis Verlag, Berlin)

Freitag, den 29.06.2012

10:00 Urbaner Spaziergang "Palastbesichtigung" mit dem AAA – Autonomes Architektur Atelier

Praxisbeispiele: sukzessive Entwicklung von Industriearealen
11:30 Mehr Chancen als Risiken – Potenziale einer kooperativen prozessorientierten Stadtplanung Dr. Martina Baum (ETH Zürich / STUDIO . URBANE STRATEGIEN, Karlsruhe)
12:15 "Spinnerei – from cotton to culture" Bertram Schultze (Projektentwickler, Leipzig und Nürnberg)

13:00 Mittagessen

14:00 Workshop Gemeinsame Entwicklung von Nutzungsoptionen für das Gebäude der ehemaligen Sortierung und dem BWK-Areal.
16:00 Präsentation der Ergebnisse
17:30 Ende

ORT
Der zweitägige Kongress findet im „Palast der Produktion“ statt (Landrat-Christians-Straße 95, 28779 Bremen-Blumenthal), den die ZZZ konzeptioniert hat und durchführt. In diesem Rahmen wird die frühere Sortierung der ehemaligen Bremer Wollkämmerei (BWK) als Laboratorium neuer Arbeitsformen zwischengenutzt. Mehr Informationen zum Projekt finden Sie unter www.palast-der-produktion.de.


ANMELDUNG
Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnehmer_innenzahl ist an beiden Tagen begrenzt. Bitte melden Sie sich spätestens bis zum 22. Juni 2012 verbindlich per E-Mail an: sarah.osswald@zzz-bremen.de
Der Kongress findet bis auf den Vortrag von Massimo Bricocoli auf Deutsch statt. Sollten Sie eine Übersetzung ins Englische wünschen, nehmen Sie bitte frühzeitig Kontakt mit uns auf. Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter www.zzz-bremen.de.

Congress of the ZZZ on 28th and 29th June 2012 in Bremen-Blumenthal
2nd hand spaces – the use of vacant sites as a participatory practice
2nd hand spaces often arise out of temporary uses. They enable city residents to participate on developing and designing processes and initiate the use of self-determined (urban)areas. They promote empowerment and involve groups that are usually not reached by conventional participation processes. They develop a lasting impact by building social networks, creating a new identity of vacant sites and through a need-based production of space.
As a pilot project of the National Urban Development Policy the ZZZ – ZwischenZeitZentrale Bremen (Agency of Short Term Uses) started to initiate and accompany temporary uses throughout Bremen three years ago. Brownfield sites were used for suburban projects and vacant buildings were transformed into places of cultural production and for start-ups.
Based on these experiences the first day of the congress is about relocation and reuses in the context of participation. In three different blocks, experts will speak along the following questions: How do intermediate, conversion and reused sites meet the users´ needs? Are temporary uses suitable as starting points for participation processes? Why are they often limited to places in problem situations? What opportunities offer interim uses for a more sustainable management of the inventory property and the city?
The second day focuses the venue. We start with an Urban Walk through the former wool combing works (BWK). Afterwards different experts give examples for various reused industrial sites. Finally we gather new options for the building in the workshop.
The workshop is based on the temporary use of the building as the "Palace of Production" and the findings of the accompanying "desire production".

LOCATION
The two-day congress will take place in the "Palace of production", a former wool combing works (BWK). The address is Landrat-Christians-Strasse 95, 28779 Bremen-Blumenthal.
The Palace of the Production is designed by the ZZZ as a temporary laboratory for testing new ways of working and production methods. The project invites all kind of people to artistic and practical approaches to work, on a vacant place of the industrial age.
More information at: www.palast-der-produktion.de.

REGISTRATION
Participation is free. The number of participants is limited. Please register by June 22 via email: sarah.osswald@zzz-bremen.de
The congress will be in German, except the lecture by Massimo Bricocoli. If you would like a translation into English, please contact us early. More information about the congress at: www.zzz-bremen.de.

Donnerstag, 15. März 2012

Weser Kurier, 23.02.2012: Transparenz bei Leerständen


Transparenz bei Leerständen 
AAA versteht neue Internetseite als Informationsdrehscheibe 
 
Überseestadt (wk). Das am Hansator ansässige Autonome Architektur Atelier (AAA) will mehr Transparenz bei Leerständen in Bremen schaffen. Raumplaner Oliver Hasemann und Diplom-Architekt Daniel Schnier betreiben dafür nun eine separate Internetseite, die unter der Adresse www.leerstandsmelder.de zu finden ist.
Über diese Plattform können leerstehende Gebäude oder Flächen in Bremen per Internet gemeldet, gesucht, kommentiert und diskutiert werden. Auf diese Weise will AAA dazu beitragen, dass Ideen zum konstruktiven Umgang mit Leerständen Raum bekommen können. Eine Variante für Nutzer wäre, auf dieser Seite Raum für Zwischennutzungen zu melden. Denn Menschen brauchen Räume, um ihre Bedürfnisse zu decken, um Freiräume zu schaffen, um Neues auszuprobieren. Gleichzeitig stehen Gebäude leer und verfallen ungenutzt. Dabei können Leerstände neuen Projekten der Stadtgesellschaft Raum bieten.


© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: West Seite: 1 Datum: 23.02.2012

Donnerstag, 23. Februar 2012

Bremer Anzeiger, 12.02.2012: Die verlassenen Häuser der Stadt



Von Matthias Koch
BREMEN. „Leer“ – schon mehr als 130 Mal ist dieser Hinweis auf kleinen roten Schildern an Bremer Gebäuden zu finden. Zumindest virtuell. Dafür sorgt ein neues Internetprojekt des Autonomen Architektur Ateliers, das verlassene Gebäude in Bremen auflistet.
Zu finden ist der Stadtplan der ungenutzten Gebäude auf der Internetplattform www.leerstandsmelder.de. Obwohl erst Anfang Februar gestartet, weist die Bremer Karte mittlerweile schon 132 Einträge auf – und es werden täglich mehr.
Die Idee dahinter: Wer ein leer stehendes Gebäude kennt, kann dies auf der Internetseite vermerken und ein Foto des Hauses dazustellen. Weitere
Nutzer, die Näheres wissen, können die Einträge ergänzen und kommentieren.
Geboren wurde die Idee in Hamburg von einer Initiative im einst vom Abriss bedrohten Hamburger Gängeviertel.
Heute finden sich bereits mehr als 700 verlassene Gebäude im Hamburger Leerstandsmelder.
Jetzt ist das Konzept sozusagen von der Elbe an die Weser geschwappt.
Und wozu das Ganze? „Leerstände können Möglichkeitsräume sein“, heißt es aus dem Autonomen Architektur Atelier (AAA), das die Seite für Bremen betreut. Oder etwas konkreter: Viele Kulturinitiativen und Wohnprojekte würden händeringend nach Räumen für ihre
Ideen suchen, aber oft scheitern, weil es keine entsprechenden Angebote gibt – und das, obwohl viele Gebäude ungenutzt verfallen.
Die Internetseite soll dabei vor allem für Transparenz sorgen: „Es gibt bislang kein stadtweites Leerstandskataster – diese Lücke wollen wir schließen“,
sagt Daniel Schnier vom AAA.Dabei falle auf, das manche den Satz „Eigentum verpflichtet“ offenbar wenig ernst nehmen – und ihre Immobilie verfallen lassen. Dennoch wolle man aber
nicht etwa Besitzer leer stehender Gebäude an den Pranger stellen. „Uns geht es in erster Linie darum, Diskussionen anzuregen.“
Wenn daraus dann tatsächlich neue Ideen für Zwischen- oder Nachnutzungen folgen sollten, sei das ein positiver Nebeneffekt. „Letztlich aber wollen wir vor allem ein Informationsforum bieten und zwar sowohl für Leute, die sagen ,Mensch, dass da dieses schöne Haus in meiner
Nachbarschaft leer steht, tut mir richtig weh‘, als auch für diejenigen, die nach Infos suchen“, sagt Schnier.
Warum steht das Gebäude leer? Gibt es Abriss-Gerüchte oder Pläne für eine neue Nutzung?
Auch Antworten auf derartige Fragen sollen online zusammengetragen werden.
„Im Idealfall entsteht eine Art Schwarmintelligenz, weil die Nutzer ihr Wissen vereinen.“
Erste Beispiele, dass dabei durchaus ausgewogene Informationen zusammenkommen, finden sich bereits: So erfährt man etwa bei einem Klick auf das leer stehende Leffers-Kaufhaus am Brill, dass hier ein Hotelneubau im Gespräch ist. Eine offizielle Bestätigung des Investors gebe es dafür aber noch nicht.
Was am Ende bei dem ganzen Projekt herauskommen soll? „Wir sind selbst sehr gespannt, wie sich das weiter entwickelt“, sagt Schnier.
Dass die Idee allerdings durchaus Potenzial hat, macht schon jetzt das Beispiel Hamburg deutlich: Dort beteiligen sich mittlerweile auch Hausbesitzer wie etwa die städtische Immobilienverwaltung an der Diskussion über die Zukunft leer stehender Gebäude.
(c) Bremer Anzeiger, Mathias Koch

Dienstag, 10. Januar 2012

extraVakant am Freitag, den 10. Februar 2012 ab 23.00Uhr mit dem Gängeviertel, der NutzerInnengruppe vom ehemaligen Sportamt, dem Zucker-Club und dem AAA


extraVakant

Freitag 10. Februar 2012 ab 23 Uhr
Zucker Club Bremen
Friedrich-Rauers-Straße 10, Bremen
5,- Euro Soli für Leerstandsmelder.de

Techno, Elektro, Drum ’n’ Bass:

speed up my pink pony (live / HB)
pump it team (trash performance / HB)
Suse (amazingmono / HB)
Perlentaucher (HB)
Frank Malditz (HH)

Funk, HipHop, Dubstep:

h.heh (ill / HH)
achtern (Komm in die Gänge / HH)
Señor Rita (Komm in die Gänge / HH)
miel (Straight Ass Broken, Komm in die Gänge / HH)

Menschen brauchen Räume um ihre Bedürfnisse zu decken, um Freiräume zu schaffen, um Neues auszuprobieren. Gleichzeitig stehen Gebäude leer und verfallen ungenutzt. Das wollen wir ändern – mit eurer Hilfe!

Die Einnahmen der Party fließen in die Finanzierung von leerstandsmelder.de. Dort könnt ihr ab dem 01.02.2012 Leerstände in Bremen melden. Gemeinsam entsteht damit ein kollektiver Raumpool für mehr Transparenz und neue Möglichkeitsräume in unserer Stadt.

Gestaltet wird der Abend von Projekten aus Bremen und Hamburg, die solche Möglichkeitsräume bereits geschaffen haben – dem Autonomen Architektur Atelier, der NutzerInnengruppe vom ehemaligen Sportamt, dem Gängeviertel und dem Zucker-Club.

www.leerstandsmelder.de
www.aaa-bremen.de
www.sportamt.blogsport.de
www.das-gaengeviertel.info
www.zucker-club.de