Freitag, 24. Oktober 2014

Urbaner Spaziergang: Klein Stadt Groß – 55 m2 Nachbarschaftsglück / Sonntag, 02.11.2014 / 14Uhr




Denkt man an dörfliche, überschaubare Stadtteilstrukturen in Bremen, fallen einem der Schnoor, das Viertel oder Arbergen ein. Kaum vermuten würde man diese zwischen Stresemannstraße und Osterdeich. Unser Urbaner Spaziergang führt hinter die herrschaftlichen Häuser, Wohnblöcke und Auto- häuser, die hier das das Bild prägen. Über versteckte Wege gelangen wir hier in lebendige Nachbarschaften, die sich in den kleinräumigen Strukturen gebildet haben.
An den Grundrissen können wir dabei ablesen, dass sie zum Teil auf den alten dörflichen Strukturen aufbauen, als diese Quartiere noch Dörfer vor den Toren der Stadt waren, die erst im 19. Jahrhundert verschluckt 
wurden.

Dipl.-Ing. Oliver Hasemann und Dipl.-Ing. Daniel Schnier (AAA Autonomes Architektur Atelier, Bremen) 
Mit Unterstützung von: energiekonsens und bauraum Bremen e.V.
Treffpunkt: Spielplatz Klein Mexiko (direkt an der Bismarckstr. zwischen den Bushaltestellen Friedrich-Karl- Straße und Stader Straße)
Datum:
Sonntag, den 02.11.2014 um 14Uhr


Kostenfrei und ohne Anmeldung!

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Der perfekte Ort / Weser Kurier 23.10.2014

Oliver Hasemann und Daniel Schnier vom Autonomen Architektur Atelier haben erneut zu einem Urbanen Spaziergang eingeladen, um über die etwas anderen Ecken Bremens zu berichten. Der Weg führte entlang der Bahnstrecke. Zwischen Lärm und Krach waren sie auf der Suche – nach so etwas wie einer Oase.

VON INA SCHULZE Schwachhausen. Abseits der historischen Denkmäler und Sehenswürdigkeiten gibt es in Bremen eine Vielzahl von Ecken, die weitestgehend unbekannt sind. Oliver Hasemann und Daniel Schnier führen regelmäßig durch diese besonderen Orte und Straßen. Am Concordia-Tunnel ist man zum Beispiel von allen Seiten von Lärm umgeben. Der Zug donnert regelmäßig vorbei, die Schwachhauser Heerstraße ist hochfrequentiert. Die Straßenbahn rollt über die Schienen.
Wie eine undurchdringliche Mauer zieht sich diese Bahnstrecke vom Hauptbahnhof durch Bremen und trennt unter anderem Schwachhausen von der Östlichen Vorstadt. Diese Mauer erweckt den Eindruck einer lärmenden und bedrohlich wirkenden Trennlinie. Der Urbane Spaziergang durch die Gete, entlang der Bahn, gibt allerdings auch eine andere Seite zu erkennen. Hier gibt es beschauliche Orte und idyllische Wohnlagen.
Oliver Hasemann und Daniel Schnier vom Autonomen Architektur Atelier (AAA) haben einen Urbanen Spaziergang zum Thema „Lärmendes Inferno inmitten der Oase? – Eine Momentaufnahme“ begleitet. Organisiert und finanziert wurde dieser Rundgang durch Energiekonsens und Bauraum Bremen.
Im Zickzack ging es durch Schwachhausen und das Gete-Viertel. Oliver Hasemann und Daniel Schnier präsentieren die Bahnstrecke weniger als Trennlinie, sondern als ein verbindendes Element, dass kleine Ruheräume im Stadtraum schafft. Während man am Concordia Tunnel kaum ein Wort versteht, liegt nur wenige Schritte weiter in der Roonstraße eine grüne und begehrte Wohnsiedlung, mit typischen Bremer Häusern. Viele Bauten sind im Originalzustand, nur an einigen Stellen musste die stuckverzierte Fassade modernisiert werden.
Die Wohnhäuser entlang der Bahnstrecke dienen quasi als Schallschutz. In der Straße ist es vergleichsweise ruhig. Die Häuser zur Bahnstrecke sind mit Schallschutzfenstern ausgestattet. Neben den Altbremer Häusern gibt es dort aber noch eine ganz andere Besonderheit. Die Fassade eines großen grauen Gebäudes lässt keinen Zweifel, dass es sich um einen echten Bunker handelt, der als Wohnraum dient. Die Wände sind mehr als ein Meter dick, und der Stahlbeton wurde von innen gedämmt. Die Rückseite ist neu angestrichen. Teilweise gibt es schaufenstergroße Fenster, die den Bunker als solchen kaum zu erkennen geben.
Auf dem Weg durch die Elsasser Straße sind ebenfalls attraktive Altbauten zu sehen. Nur ab und zu wurde zwischen die historischen Bauten ein neues Gebäude gesetzt. Nach einer Querung der Eisenbahnstrecke war ein Anwohner spontan bereit, sein umgebautes Eigenheim zu zeigen. „Im großen Gemeinschaftsgarten mit mehreren Parteien wird ersichtlich, dass die Häuser nicht mit fossilen Brennstoffen geheizt, sondern von einer Bodenwärmepumpe mit Wärme versorgt werden“, sagt Jürgen Schnier vom Autonomen Architektur Atelier.
Jürgen Schnier erklärt weiter, dass der Name des Quartiers sich von dem kleinen Bach Gete ableitet, der einst entlang der Straße floss und von dem nur noch ein kleiner Teich im Bereich des Kleingartenvereins „Im Stillen Frieden“ geblieben ist. „Als Grüne Oase bietet der Kleingartenverein nicht nur einen Punkt der Erholung für Mensch, Natur und Klima, er ist auch ein beliebter Fahrradweg in Richtung Gartenstadt Vahr oder nach Sebaldsbrück.“
Am Ausgang des Kleingartens an der Wohnanlage an der Obernkirchener Straße endet der Urbane Spaziergang schließlich. Der Blick auf die Architektur der 70er-Jahre führt die technischen und geschmacklichen Veränderungen über die vergangenen Jahrzehnte deutlich vor Augen.“

Am Sonntag, 2. November 2014, wird um 14 Uhr
erneut zu einem Urbanen Spaziergang in Hastedt eingeladen. Treffpunkt ist der Spielplatz „Klein-Mexiko“ zwischen Stader- und Bennigsenstraße. Der Spaziergang ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen gibt es online auf den Internetseiten www.bauraum-bremen.dewww.energiekonsens.de und www.aaa-bremen.de
(c) Weser Kurier, Text: Ina Schulze, Fotografien: Petra Stubbe, 2014

Dienstag, 14. Oktober 2014

Dokumentation 12.10.2014 - Urbaner Spaziergang "BREMER MODERNISIEREN ON TOUR: Lärmendes Inferno inmitten der Oase? – eine Momentaufnahme – Urbaner Spaziergang in Schwachhausen / Gete

Zu unserem Urbanen Spaziergang am vergangenen Sonntag begrüßten wir gemeinsam mit Jürgen Schnier vom Bauraum Bremen bei angenehmen Spätsommerwetter zirka 60 TeilnehmerInnen am ehemaligen und seit zwei Jahren leerstehenden Concordia-Theater an der Schwachhauser Heerstraße. Sofort ohrfällig wurde der Lärm, der unserem Urbanen Spaziergang einen Teil seines Titels eingetragen hat. Die Eisenbahntrassen von und nach Hannover/Osnabrück verlaufen mitten durch die Stadt und trennen Schwachhausen und die Östliche Vorstadt. Umgrenzt und zusätzlich beschallt wird es an dieser Stelle zusätzlich von der Schwachhauser Heerstraße mit Individual- und Straßenbahnverkehr. Dennoch haben sich diese Quartiere zu begehrten Wohnlagen in Bremen entwickelt.


Auf unseren nächsten Metern hinein in die Roonstraße stellt sich schnell heraus, dass die Wohnhäuser entlang der Bahnstrecke als Schallschutz fungieren und sich in ihrem Schatten, relativ, ruhig wohnen lässt und dies sehr innenstadtnah. Im Zuge des schnellen Wachstums der Städte in der Gründerzeit am Ende des 19. Jahrhunderts sind hier viele typische Bremer Häuser entstanden. Viele befinden sich auch noch im originalen Zustand, nur an einigen Stellen musste die stuckverzierte Fassade „Modernisierungsmaßnahmen der 70er“ weichen. Inmitten der alten Häuser findet sich in der Roonstraße aber auch ein umgebauter Bunker, dank einer TeilnehmerIn hatten wir die Möglichkeit diesen auch von seiner Rückseite zu bewundern.


Der weitere Weg durch die sanierte Elsasser Straße und die Graf-Haeseler-Straße zeigen uns das gleiche Bild: attraktive Altbauten in gutem Zustand, die zu hohen Preisen (ab 350.000€), wenn überhaupt, die EigentümerIn wechseln. Die Nähe der Eisenbahntrasse schreckt nicht, für Verbesserungen des Schallschutzes wird in Initiativen gestritten. Denn für den Schienenverkehr sind steigende Zahlen prognostiziert, auch wenn der Jade-Weser-Port seit der Eröffnung im September 2012 in Wilhelmshaven kaum eine gewichtige Rolle spielen wird, so lange der Hamburger Hafen so vehement auf ein Ausbaggern der Elbe drängt, wie einer der Teilnehmer erläutert.

Ein willkommener Stop bedeutet der Bauraum an der Friedrich-Karl-Straße. Jürgen Schnier weist hier auf die Angebote des Bauraums hin, die unter anderem auch die Beratung in Frage der Altbausanierung und des Lärmschutzes umfassen, alles Themen die wir hautnah erlebt haben. Unter der Brücke der Eisenbahn hindurch begeben wir uns in die Gete und machen Halt bei Fischers. Hier ist aus einem ehemaligen Leerstand eine "Kampf-Sportanlage" (Zitat: Herr Fischer) für Bridge entstanden. Herr Fischer stoppt für uns sein laufendes Spiel und erläutert uns, dass der Laden über den Stadtteil hinaus bekannt ist und den Stadtteil belebt. Auch An der Gete ist ein Anwohner spontan bereit, uns sein umgebautes Eigenheim zu zeigen. Im großen Gemeinschaftsgarten mit mehreren Parteien wird ersichtlich, dass die Häuser nicht mit fossilen Brennstoffen geheizt, sondern von einer Bodenwärmepumpe mit Wärme versorgt werden.


Der Name des Quartiers leitet sich vom dem kleinen Bach Gete ab, der einst entlang der Straße floss und von dem nur noch eine der „Getekuhlen“ im Bereich des Kleingartenvereins „Im Stillen Frieden“ verblieben ist. Als Grüne Oase bietet er nicht nur einen Punkt der Erholung für Mensch, Natur und Klima, er ist auch ein beliebter Fahrradweg in Richtung Gartenstadt Vahr oder nach Sebaldsbrück. Am Ausgang des Kleingartens an der Wohnanlage an der Obernkirchener Straße endet unser Urbaner Spaziergang schließlich. Der Blick auf die Architektur der 70er Jahre führt die technischen und geschmacklichen Veränderungen über die vergangenen Jahrzehnte deutlich vor Augen.


Am Sonntag, den 02. November 2014 findet um 14Uhr der nächste Urbane Spaziergang mit dem Bauraum Bremen „ BREMER MODERNISIEREN ON TOUR: „Klein Stadt Groß – 55 m2 Nachbarschaftsglück – Urbaner Spaziergang in Hastedt“ statt. Treffpunkt ist der Spielplatz „Klein-Mexiko“ zwischen Stader und Bennigsen-Straße.

Alle Urbanen Spaziergänge sind kostenfrei und ohne Anmeldung!
(c) AAA: Daniel Schnier und Oliver Hasemann 2014, Bremen

Sonntag, 5. Oktober 2014

Urbaner Spaziergang am Sonntag, den 12.10.14 um 14Uhr "Lärmendes Inferno inmitten der Oase? – Eine Momentaufnahme"



Wie eine Mauer zieht sich die Bahnstrecke vom Hauptbahnhof durch die Stadt Bremen und trennt Schwachhausen von der Östlichen Vorstadt. Auf den ersten Blick zieht sich entlang dieser Mauer eine lärmbeschallte, unwohnliche Zone. Unser Urbaner Spaziergang durch die Gete und entlang der Bahn wirft einen zweiten Blick, der ungewöhnliche Orte und idyllische Wohnlagen entdeckt.
Die Bahnlinie wirkt dabei weniger als Trennlinie, denn als verbindendes Element, dass kleine Ruheräume im Stadtraum schafft. Die begleitenden Quartiere eröffnen einen Blick auf ein Jahrhundert gehobenen Wohnungsbaus in seinen
verschiedenen Moden.

Urbaner Spaziergang "Lärmendes Inferno inmitten der Oase? – Eine Momentaufnahme"
Zeit: Am Sonntag, den 12.10.2014 um 14:00Uhr
Treffpunkt: Ehemaliges Concordia Theater, Herderstraße / Ecke Schwachhauser
Heerstraße, 28203 Bremen

Bremer Modernisieren ON TOUR mit Oliver Hasemann und Daniel Schnier

(AAA Autonomes Architektur Atelier, Bremen)

Veranstalter: energiekonsens und bauraum Bremen e.V.

Freitag, 5. September 2014

„Zwischen re und rar - Recycelter Urbaner Spaziergang mit dem AAA“ durch die alt und neu genutzte Überseestadt. Samstag, den 06.09.2014 um 14Uhr

(c) Daniel Schnier, 1998, ehemaliger Überseehafen

Der Wandel der Überseestadt manifestiert sich für viele Betrachter*innen am hellen Glanz der sich spiegelnden Glasflächen. Neubauten wachsen an vielen Stellen aus dem Boden und vermitteln den Eindruck eines neuen Stadtteils. Dass dieser Stadtteil auf den Fundamenten der Bremer Freihäfen wurzelt gerät dabei fast in den Hintergrund.

Auf unserem Urbanen Spaziergang erkunden wir diese alten Fundamente, die in neuer Nutzung oder als „alte“ Nutzung die Überseestadt prägen und ihr ein unverwechselbares Gesicht geben. Der Weg führt uns hierzu abseits der neu angelegten Straßen und auf alte Pfade, die hier weiterhin erkennbar sind.


Datum: Samstag, den 06.09.2014
Zeit: 14:00 Uhr
Treffpunkt: Am Europahafenkopf in der Überseestadt Bremen
Facebook: https://www.facebook.com/events/636318373151758/

In Kooperation mit Golden City, der temporäre Hafenbar.

Sonntag, 20. Juli 2014

AAAbendlicher Urbaner Spaziergang "Wohnen entern! Ahoi an der Waterfront!" am Donnerstag, den 24.07.2014 ab 20Uhr!!!!


Verheißungsvolle Tafeln weisen den Weg in die Überseestadt. Strandhäuser! Aqua! Kisten! Alle sind zu 100% vermietet und vermarktet. Entlang des Europahafens und der Weser wächst eine neue Schlachte immer weiter in das ehemalige Hafengebiet und zieht einen Strang neuer Wohnprojekte hinter sich her. Der Blick auf das Wasser ist begehrt, Investoren und Häuslebauer legen hier viel Geld an. In einem Gebiet, das früher aufgrund der Hafenindustrie nicht zugänglich war, sind es nun die Marktpreise, die über den Zugang entscheiden und die Nordstraße bleibt weiterhin die Grenze zwischen Walle und dem Hafen.

Der Urbane Spaziergang bietet eine Tour aus dem neuen Wohnarchipel hinaus in den »alten« Stadtteil Walle. Vorbei an den noch glänzenden Neubauten wird ein Weg über die Nordstraße gefunden. Der Blick auf neue und alte Wohnformen, die Auseinandersetzung mit der Stadt als Lebensraum bildet dabei den Orientierungspunkt. In abendlicher Atmosphäre tauchen dabei aber auch immer wieder neue und alte »Traumwelten« auf, die hier im Hafengebiet schon immer präsenter waren als im Rest der Stadt.

Donnerstag, den 24. Juli 2014 um 20.00 Uhr
Start: an der Kreuzung Eduard-Suling-Straße / Am Winterhafen, Haltestelle »Am Winterhafen« der Linie 20, Überseestadt


Ein kostenloser Urbaner Spaziergang ohne Anmeldung des AAA (Autonomes Architektur Atelier) in Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Außerdem: Fr. 25. Juli um 20.30 Uhr in der 21. Etage des Weser Towers »Zwischen Fischmehl und Feng-Shui« – ein Bremer Heimatabend zu Besuch in der Überseestadt, nur mit Anmeldung: www.arbeitnehmerkammer.de

Mittwoch, 14. Mai 2014

Urbaner Spaziergang "Abschnittsbauten – Wohnen aus dem Katalog" : Sonntag, den 18. Mai 2014 um 14:00Uhr



Der Traum vom eigenen Heim als behaglichem Zuhause ist ein menschliches Grundbedürfnis. Über die Jahre verändern sich allerdings die Vorstellungen davon, wie diese Bedürfnisse aussehen und wie viel Platz sie einnehmen. Neubauten entstehen in Sichtweite zum Bestand und geben einen Eindruck von neuen Moden und neuen Wünschen. Im Quartier Weidedamm in Findorff liegen diese verschiedenen Wohntypologien wie die Jahresringe eines Baums nebeneinander und eröffnen spannende Perspektive und überraschende Wegebeziehungen. Auf unserem Urbanen Spaziergang erleben wir zwischen Torfkanal und Bahndamm hundert Jahre Wohnungsbau aber auch hundert Jahre Rückzug der unbebauten Natur.
Die Urbanen Spaziergänge des AAA laden die TeilnehmerInnen dazu ein, sich auf eine Reise durch die eigene Stadt zu begeben und den (eigentlich) bekannten Stadtraum aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. Ungewöhnliche Perspektiven, unbekannte Wege – auch in Findorff gibt es viel zu entdecken. Die ortskundigen TeilnehmerInnen sind dabei eingeladen, sich selbst auf diesem Spaziergang zu Wort zu melden. Der Spaziergang durch die unterschiedlichen Bauepochen lädt zudem dazu ein, über den Sinn und den Stand von Modernisierungen zu informieren.

Sonntag, den 18. Mai 2014, 14 – 16 Uhr,  Bremer Modernisieren on tour: „Abschnittsbauten – Wohnen aus dem Katalog“ – Urbaner Spaziergang Findorff, Treffpunkt: Torfkanalhafen, kostenfrei 
Facebook: https://www.facebook.com/events/689573711089608/

Sonntag, 27. April 2014

Der Sound der Straße – Urbaner „Lärm“spaziergang in Kooperation mit dem VCD und dem ALD am Mittwoch, den 30.04.2014 um 18Uhr


Wie eine drückende graue Last erhebt sich der Nordwestknoten aus der Stadt. Fahrbahnen schlängeln sich um die hohen Beleuchtungspylonen, Eisenbahntrassen stoßen durch das Straßenwirrwarr. Eine hochtechnisierte Verkehrslandschaft breitet sich zwischen der Innenstadt und Utbremen aus. Der Maßstab der Dinge ist hier weniger der Mensch, als das Automobil. Seine Geräuschkulisse verwandelt den Raum in ein düster klingenden Ort, der jedem Besucher und jeder Besucherin die Flucht nahelegt.
Auf unserem Urbanen Spaziergang durch diese Stadtlandschaft wird der Schwerpunkt auf diesen Geräuschkulissen liegen. Mit fachkundiger Unterstützung spüren wir den Belastungen nach, denen wir akustisch in diesem Straßenraum ausgesetzt sind und erkennen, wie sie entstehen und wie ihnen entgegengewirkt werden kann. Der Urbane Spaziergang führt uns an Orte, die in der Regel nicht das Ziel von Spaziergängern sind.

Der Urbane Spaziergang wird durchgeführt vom AAA mit Unterstützung von Markus Tetens vom Arbeitsring Akustik der DEGA in Kooperation mit dem VCD – Verkehrsclub Deutschland und dem ALD – Arbeitsring Lärm der Deutschen Gesellschaft für Akustike.V.

Datum: Mittwoch, den 30.04.2014
Treffpunkt: Treppe Friedrich-Rauers-Straße / Ecke Findorffstraße am Findorfftunnel.
Uhrzeit: 18:00 Uhr 

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

Donnerstag, 3. April 2014

Dokumentation von "HUCKELRIEDE abstempeln?! 6 Urbane Spaziergänge"



Vielen BremerInnen ist Huckelriede nur vom Durchfahren her bekannt. Eine Straßenbahnhaltestelle in der Neustadt, kurz vor Kattenturm. Dort, wo es vor 30 Jahren eine Geiselnahme gab. Wo die Kaserne der Bereitschaftspolizei steht. Irgendwo am Ende des Buntentorsteinwegs. Es gibt kein klares Bild davon, wie es dort aussieht und wer dort wohnt. Irgendwie soll es dort aber nicht so gut sein. Tatsächlich ist Huckelriede ein vielfältiger Ortssteil mit spannenden Ecken, in dem EinwohnerInnen und BesucherInnen immer wieder etwas Neues entdecken können. Wie kleine Inseln verbergen sich Wohnquartiere hinter den Durchgangsstraßen und großflächige Einrichtungen, die man eher anderen Ortsteilen zuordnen würde, haben sich überraschenderweise hier niedergelassen. Um diese Vielfältigkeit besser kennenzulernen veranstalteten wir sechs Urbane Spaziergänge, die jeweils im Huckelrieder Zentrum mit Umsteigestelle der Straßenbahn und Huckelrieder Park starteten. Zu den Spaziergängen kamen insgesamt über 200 TeilnehmerInnen, von denen viele aus Huckelriede stammten, und die Urbanen Spaziergänge mit ihrem Wissen bereicherten.

Hier der Link zur Dokumentation als PDF. Dokumentation HUCKELRIEDE abstempeln?!

IMPRESSUM:
Ein Projekt im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit “Sanierungsgebiet Huckelriede / Sielhof ”
Gefördert aus Mitteln der Städtebauförderung
Bund-Länder-Programm Stadtumbau-West
Konzept und Umsetzung:
AAA GmbH, Daniel Schnier, Dipl.-Ing. Arch. und Oliver Hasemann, Dipl.-Ing. Raumplanung, Hansator 1 (Abfertigung), 28217 Bremen

Auftraggeber und Finanzierung: 
Freie Hansestadt Bremen
Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr
Referat Stadtumbau

Support:
Clara-Marie Römhild, B.Sc. Stadtplanung
Yann Colonna, Cand. B.Sc. Urbanistik

Danke:
Dagmar Sommerfeld für die Informationen zu den interkulturellen Gärten und für leckere Holunderwaffeln.
Kay Borchers, Quartiersmanager Huckelriede für die Unterstützung und die vielen Informationen.
Wigmar Bressel, Koch & Bergfeld für die Führung auf dem Koch & Bergfeld Gelände.
Wielfried Schleef, Holger Lampe & Freiwillige Feuerwehr Neustadt für die aufklärenden Gespräche und die Führung über das ehemalige Kasernen-Gelände.
Saskia Behrens und Norman Kanter für die Vorstellung von Kalle Co-Werkstatt.
Jule Körperich und Antonio Velasco Muñoz für den Einblick in die Ateliergemeinschaft Buntentorsteinweg 323/325.
Der echte Bremer Babbeler, Bremer Zuckerwaren, Manufaktur Friedrich Germann für die leckeren und einzigartigen Bremer Babbeler.
Kapitän zur See Lars Lenhartz für Einblicke in die Werderhöhe und für frisch Gegrilltes.
An alle Teilnehmenden für ihr Erscheinen bei den 6 Urbanen Spaziergängen und dem anregenden Input.

Montag, 31. März 2014

Dokumentation und Resümee "Neuen Zinnen aus alten Schlössern - eine Zeitreise über alte Dorfwege"





Die Straßenbahnhaltestelle Sebaldsbrück - Endstation der Linien 2 und 10 – war Startpunkt des, in Kooperation mit Bauraum Bremen e.V. und dem Energiekonsens veranstalteten, Urbanen Spaziergangs durch den Stadtteil Hemelingen. Dort konnten wir geschätzte 50 Frauen, Männer, Kinder und Hunde begrüßen, mit denen wir uns in Richtung Mercedes-Benz-Werk in Bewegung setzten. Leider war die Wahl des Treffpunkts etwas uneindeutig, so dass einige TeilnehmerInnen uns leider am Bahnhof Sebaldsbrück verpassten.
Am Gedenkstein des letzten, original bremischen Automobilbauers Carl F. W. Borgward vorbei führte uns der Weg unter die Sebaldsbrücker Heerstraße. Diese wurde nach dem Kauf der ehemaligen Borgward Werke für die Erweiterung der Produktionsanlagen des Mercedes Benz Werkes in das Holter Feld zur Brücke aufgestockt.
Der Weg führte weiter durch die Schleife der Mercedesstraße vor die Tore von STN „Atlas Elektronik“. Das Unternehmen wurde 2006 zu fast gleichen Teilen von ThyssenKrupp und EADS gekauft und ist seit seiner Gründung Ausrüster von Über- und Unterwasser-Marinetechnik und auf dessen militärischen Einsatz spezialisiert. Dies führte zu einer kritischen Diskussion über die Verwicklungen zwischen Rüstungsindustrie und Arbeitsplätzen, der Unterstützung von Studiengängen durch diese Unternehmen und der Anzahl von Wehrdienstverweigerern in diesen Unternehmen.
Den etwas gewöhnungsbedürftigen Geruch von der Entkoffeinierungsanlage in der Nase, passieren wir die Ortsgrenze zwischen Sebaldsbrück und Hemelingen auf der Brücke über die Eisenbahn am Brüggeweg. Das Gleisbett unter uns gehört zur historischen ersten Bahnanbindung Bremens nach Hannover 1847, die den Beginn der Industrialisierung im ehemals hannoverschen Hemelingen einläutete. Auf Vorläufer in der Nachbarschaft geht denn auch die Rheinmetall Defence AG, ein europäisches Top10 Rüstungsunternehmen, am Brüggeweg zurück.
Bis vor wenigen Jahren floss noch dichter Verkehr über den Brüggeweg zum Mercedes-Benz-Werk, inzwischen ist dieser Verkehr unter die Erde der ehemaligen Industriebrache verlegt. Anrainer dieser Brache ist auch ein netter Mann mit Dackel auf dem Arm, vor dessen Haus wir - für ihn scheinbar überraschend – den nächsten Halt machen. Das Bremer Haus in der Diedrich-Wilkens-Straße ist sichtlich in die Jahre gekommen, gleichzeitig allerdings um einiges charmanter als die frisch gedämmt, verputzt, eben schnell mal modernisierte Fassade von nebenan.
Wir nehmen Abschied von Haus und Hund, und gehen weiter in Richtung ehemaligem Nordmende-Gelände. Nach dem Tunnelbau liegt hier ein Großteil der Industriebrache noch ungenutzt, im wesentlich haben ihn Hundebesitzer in Beschlag genommen. Trotz seiner Lage an der Bahn bietet er allerdings ein Potential für eine neue Wohnbebauung. Auf einer Teilfläche ist inzwischen der „Tamra-Hemelingen“ Park entstanden. Mit angestoßen wurden einige der Elemente auf dem Parkareal durch die temporäre Bespielung des Ortes im Sommer 2011 mit dem Kulturprojekt „AllerOrt“.
Weiter geht’s an der katholischen St. Godehard Kirche vorbei ins kulturelle Zentrum von Hemelingen. Mit dem Bürgerhaus, dem Haus für unsere Freundschaft e.V., der Schule 21 e.V. und dem Kubiko stehen hier auf engem Raum verschiedenen Kultureinrichtungen, die HemelingerInnen jeden Alters und jeder Herkunft ansprechen. Nur ein Katzensprung ist es von hier zum Hemelinger Marktplatz. In unmittelbarer Nähe der Hemelinger Bahnhofstraße, erster Adresse für den Einzelhandel in Hemelingen, findet sich hier ein zentraler Platz mit Blick auf die Traditionsmanufaktur von Wilkens Silberwaren. An der Hemelinger Bahnhofstraße, die sich nach einigen Jahren der Lethargie wieder im Aufschwung befindet, sehen wir den SoFa e.V. aus Achim, der mit einer Graffiti-Kunst-Atelier-Dependance "Sebaldsbrooklyn" in den Schlecker-Leerstand eingezogen.
Schon in Sichtweite stapeln sich in zweiter Reihe gelb-rote Coca-Cola-Kisten und markieren den Übergang ins Gewerbegebiet an der Bahnstrecke nach Osnabrück. An diesem Sonntag lässt sich allerdings kaum vorstellen, wie lebendig die Produktion hier unter der Woche ist. Es wird aber in jedem Fall ruhiger werden, denn die Großfleischerei Könecke wird ihren Sitz schließen und die Produktion nach Delmenhorst verlagern, bzw. hat dies in großen Teilen schon getan, so dass sich der Stadtplanung und der lokalen Politik die Frage nach der weiteren Gestaltung dieses Areals stellt.
Über den Alten Postweg verlassen wir Würstchen und Zuckerwasserbrause und gelangen, durch einen charmanten Tunnel mit Kopfsteinpflaster, erstmals auf dieser Route in eine reine Wohnsiedlung. Es ist sehr ruhig zwischen Hastedts Bremer Häusern. Über eine Baulücke passieren wir die Fassadenfront und bekommen nicht nur einen Eindruck von der Rückseite und den Privatgärten der Anwohnerinnen und Anwohner, sondern finden uns auch auf einem frisch gestalteten Spielplatz wieder.

Zwei Ecken weiter und zweieinnhalb Stunden später halten wir ein letztes Mal und bedanken uns für das große Interesse, bevor wir auch die Letzten an die naheliegende Eisdiele in der Föhrenstraße verloren haben.
          
Vielen lieben Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Großen Dank auch an (c) Moritz Trautner für die super Fotografien. Der nächste Urbane Spaziergang „Neue Zinnen auf alten Schlössern – eine Zeitreise über alte Dorfwege“ findet am Sonntag, den 18.05.2014 um 14Uhr statt. Treffpunkt von BREMER MODERNISIEREN ON TOUR: Urbaner Spaziergang  in Findorff, So, 18.05.2014,
14 – 16 Uhr Treffpunkt: Torfkanalhafen in Findorff : Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung!

Weser Kurier, 30.03.2014 "Spaziergänger entdecken die Potentiale" (c) Vanessa Ranft


Spaziergänger entdecken die Potenziale

Wo einst dichter Rauch aus Schornsteinen von Industrieanlagen emporstieg, sprießt heute lichte Vegetation. Solche und andere räumliche Entwicklungen Hemelingens verdeutlichten Daniel Schnier und Oliver Hasemann vom „Autonomen Architektur Atelier“ während eines urbanen Spaziergangs über alte Dorfwege.

VON VANESSA RANFT
Hemelingen. Altindustrielle Brachen, die in der Nähe von hochmodernen Einkaufszentren liegen, und Rüstungsunternehmen mit Millionengewinnen, die neben Kirchen stehen: Hemelingen ist ein Stadtteil mit vielen Kontrasten. Dennoch ist der Stadtteil von einem historischen und dörflichen Charakter geprägt, der nicht zuletzt daran erkennbar ist, „dass die Öffnungszeiten der Einzelhändler heute noch genauso wie vor 20 Jahren sind“, weiß Oliver Hasemann.
Gemeinsam mit Daniel Schnier und rund 35 Interessierten erkundete er unter dem Motto „Neue Zinnen auf alten Schlössern – eine Zeitreise über alte Dorfwege“ den Ortsteil, stellte seinem Publikum diverse Stätten vor, erzählte deren Geschichte und erläuterte deren frühere Funktionen. Bereits vorab kündigte er den Spaziergängern an: „Wir werden eintauchen, anhalten und an etwas ruhigeren Orten vielleicht auch ein wenig verweilen. Wir werden keine Führung machen, sondern einen Spaziergang.“
Und so führte der urbane Spaziergang von der Gedenktafel für Carl F. W. Borgward, der bis zu seinem Konkurs im Jahr 1961 der größte Arbeitgeber Bremens war, unter anderem über das Mercedes-Werk, den Sitz von Atlas-Elektronik, das Areal von Rheinmetall-Defence, die St. Godehard-Kirche, das Brachland neben der Wilkens-Straße, das Kubiko, die Silberwarenmanufaktur Wilkens und das ehemalige Gelände von Wurstfabrikant Könecke.
Die Idee, urbane Spaziergänge anzubieten, kam den beiden Männern vor acht Jahren: „Wir wollten unser Wissen teilen und öffentlichen Raum für Jung und Alt erlebbar machen“, erklärt Daniel Schnier den Leitgedanken. Seitdem bieten die beiden Stadtkundler des „Autonomen Architekten Ateliers“ zwischen acht und zwölf Spaziergänge im Jahr an und durchkämmen dabei die verschiedensten Ecken in den Bremer Stadtteilen.
„Das Schöne ist, dass man auf diese Weise viele Wege geht, die man alleine nie gehen würde“, findet Yann Colonna. Besonders gut gefällt dem 25-jährigen Studenten die „witzige, kommunikative und zugleich konventionelle und unkonventionelle Art der beiden, über Räume aufzuklären“. Dass sie historische und technische Fakten unterhaltsam aufbereiten und ausschließlich zur Erläuterung nutzen, um einen Eindruck über die Evolution des Ortes zu geben, begrüßt er.
Hauptberuflich beschäftigen sich Daniel Schnier, studierter Architekt, und Oliver Hasemann, Stadt- und Raumplaner, mit dem Thema Gewerbe-Leerstände und Stadtplanung. Dabei betrachten sie Orte gezielt im Hinblick auf ihre Potenziale, ihre möglichen Nutzungen und die Bedürfnisse der Anwohner. Dieses Wissen lassen sie mit in ihre urbanen Spaziergänge einfließen und regen die Gruppe zu Diskussionen an.
Auch Hans-Peter Hölscher setzt sich über den Spaziergang hinaus mit diesen Fragen auseinander. Er ist Mitglied im Projektausschuss Stadtteilentwicklung Hemelingen und vertritt die Meinung, dass „die Areale von Coca Cola, Könecke und der Haltepunkt Föhrenstraße ideales Gelände wären, um etwas Neues zu bauen“. Und genau dies werde momentan im Nutzungsplan des Hemelinger Beirates diskutiert.
Er sehe das Problem darin, dass Industrie- und Wohngebiete sich oftmals direkt nebeneinander befänden, sei aber davon überzeugt, dass man in Hemelingen gut leben könne. Das Beispiel Überseestadt zeige in seinen Augen, wie eine Neunutzung industrieller Gebiete gelinge. Auch wenn er Hemelingens dörflichen Charme auf jeden Fall beibehalten möchte.
Und so werden wohl auch zukünftig alte Hemelinger Dorfwege mit Kopfsteinpflaster die Wege großer Schneisen kreuzen. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die Firma „Energiekonsens“ und den „Bauraum Bremen“.
Der nächste urbane Spaziergang führt am Sonntag, 18. Mai, durch Findorff. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Torfkanalhafen. Die Teilnahme ist kostenlos.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Text und Autorin: Frau Vanessa Ranft, Fotografien: Frau Petra Stubbe, Ausgabe: SOS des Stadtteilkuriers des Weser Kurier, Seite: 2 Datum: 30.03.2014

Dienstag, 18. März 2014

Urbaner Spaziergang "Neue Zinnen auf alten Schlössern – eine Zeitreise über alte Dorfwege" am Sonntag, den 23.03.2014 um 14Uhr


„Neue Zinnen auf alten Schlössern – eine Zeitreise über alte Dorfwege“ – mit diesem Titel lädt die Hausmodernisierungsinitiative Bremer Modernisieren und das AAA zu einem Urbaner Spaziergang  in Hemelingen ein. Organisiert und fachkundig umgesetzt von den Akteuren Oliver Hasemann und Daniel Schnier vom Bremer AAA Autonomen Architektur Atelier werden besondere Orte dieses Bremer Stadtteils besucht: Wo einst dichter Rauch aus den Schornsteinen der Industrieanlagen stob, erhebt sich heute lichte Vegetation. Vögel zwitschern und Kinder tollen über die grünen Hügel, nur gelegentlich wird die Ruhe von Flugzeugen im Landeanflug gestört. Im Hintergrund lassen sich noch Fragmente des alten Dorfes Hemelingen erkennen, während in Blickweite neue Gewerbebauten entstehen.
Dieser Urbane Spaziergang bewegt sich durch eine Zwischenzone der Stadt, in der Altes und Neues, Industrie und Wohnen, Geplantes und Ungeplantes nebeneinander existieren.

Mit freundlicher Unterstützung von energiekonsens und  Bauraum Bremen e.V.  
AAA Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Titel: Daniel Schnier und Oliver Hasemann, Text: Oliver Hasemann, Gestaltung und Fotografien: Daniel Schnier

Dokumentation "Büroflut am alten Pegel - der Mensch lebt nicht vom Loft allein" - Sonntag, den 23.02.2013

Begrüßt wurden die Massen von zirka 160 Menschen am Kopf der, in Verlängerung des Europahafens, frisch angelegten Grünanlage, im Herzen des neuen Kaffeequartiers, nämlich des Hilde-Adolf-Parks. Pünktlich um kurz nach Zwei ging es auf Eduschos ehemaligem Firmengelände auch inhaltlich los. Im Schatten des von Stararchitekten Helmut Jahn entworfenen Wesertowers – dem seit 2010 höchsten Gebäude Bremens – wurde die Geschichte des Hafenareals und die jüngsten Entwicklungen der Langzeitbaustelle Überseestadt abgerissen. Zu den Mietern der schon fertig gestellten Glas-Stahl-Beton-Tempel gehören neben einiger Büros, eine Filiale des Steigenberger Hotels als auch des GOP-Varieté Theaters.
An einem der vielen von Justus Grosse entwickelten Projekte, bewegt sich der Zug vorbei an dem neu getauften „Weinkontor“. Das sich mitten in den Sanierungsarbeiten befindliche, denkmalgeschützte Gebäude will 12.000qm an Büros vermieten. Vor dem weiterhin aktiven Sitz der Firma Kelloggs, wo die umgelegte S-Bahn-Linie 3 in Richtung Walle abbiegt, wird erstmals Halt gemacht. Neben dem vietnamesisch-kulinarischen Highlight von Mekong stehen wir auf einer Baustelle die Züge einer zukünftigen Straße vermuten lässt. Um später einmal Grundstücke abstecken, beplanen und verkaufen zu können, wird hier von öffentlicher Hand schon einmal Infrastruktur angelegt. Gegenüber stellt das direkt an der Weser gelegene Kelloggs-Areal noch die Sackgasse der verlängerten Schlachte-Promenade dar. Damit das so bleibt hat sich das Unternehmen rechtlich gegen die Vertreibung vom Standort abgesichert – wohlgemerkt, nachdem bereits große Teile des Grundbesitzes lukrativ an Investoren veräußert wurden.
Weiter gen Nordwesten passieren wir den sanierten und neu-genutzten Schuppen 2 und stranden im Europahafen. Direkt am Wasser, unter 5.500 qm „hochwertiger Büroflächen“, der leicht irreführend als „Kranhäuser“ bezeichneten Neubauten, genießen wir die Aussicht auf den gegenüberliegenden Schuppen und Speicher l sowie einige neue Dienstleistungswürfel in vorderster Reihe.
Der Weg dorthin führt über die, dem Hochwasserschutz neu angepasste, Hafenbeckenpromenade. Vor der EFRE-Plakette, zwischen den terrassierten Stufen der neuen Freiraumarchitektur, bewundern wir die Dimension des zirka zwei Kilometer langen Europahafens. Ehemalige Frachter sollen hier durch private Yachten ersetzt werden. Noch wirkt der als „Marina“ bezeichnete Steg, an dem derzeit ein Weltumsegler und ein paar Schaluppen anseilen, etwas verloren.
Wir lassen die Freizeitkapitäne links liegen und halten erst wieder am Beginn des Schuppen l. Durch die neuen Fenster staunen wir über die riesigen Kronleuchter des "Luxusrestaurants" namens El Mundo im Kopf des umgewandelten Industriebaus. Neben der „Soccerhalle“ von WerderSports, lockt hier noch ein eintrittsgeldfreies Oldtimermuseum, ein Zentrum für Automobilkultur. Wir treten ein und schleusen uns mit dem Anhang von immer noch mehr als 160 Mann, Frau und Kind durch, bis zum anderen Ausgang am Ende des langgezogenen, ehemaligen Lagerhaus namens Schuppen 1.
Mit sehnsüchtigen Blicken gen Schuppen 3 queren wir die Konsul-Smidt-Straße und folgen der Luftlinie in Richtung renovierten Hafenhochhaus auf direktem Wege durch die Brache in der zweiten Reihe – eben nicht direkt am Wasser. Liebevoll von uns als Teletubby-Land bezeichnet, finden wir uns vor der 50mx100m großen Berg-und-Tal-Landschaft – einer bereits fertiggestellten, allerdings unbelebten Grünanlage eines renommierten Landschaftsarchitekturbüros – ein. Wir dokumentieren, dass einer der 4 ½ Bäume der Hanglage schon seinen Tribut zollen musste und bewegen uns weiter in Richtung Holz- und Fabrikenhafen.

Vorbei am Eingang des hierher gezogenen Großmarkts, machen wir vor dem renovierten Speicher XI ein letztes Mal halt. Die zweite Hälfte, des mit 396 Meter zweitlängsten Gebäude Bremens, wird von der Hochschule für Künste bewohnt. Im vorderen Teil befinden sich einige Büros, ein Restaurant und das durchaus spannende Hafenmuseum. Der Urbane Spaziergang durch das größte städtebauliche Entwicklungsprojekt Bremens – von 1998 bis 2025 werden öffentliche und private Investitionen von insgesamt ~1,5 Milliarden Euro erwartet – ist hiermit zu Ende. Wir bedanken uns wie immer freundlichst für Interesse und Aufmerksamkeit und hoffen, dass die Menschen gut unterhalten wurden und wünschen einen weiterhin frohen Frühlingsbeginn.

Unterschiedliche Menschen riefen uns vorab schon telefonisch an und fragten uns Obligatorisches. "Muß man sich anmelden? Oder kostet der Urbane Spaziergang Eintritt?" Beides konnten wir wie gewohnt verneinen. Die erste Kooperation mit dem Bremer Energiekonsens und dem Bremer Bauraum e.V. in diesem Jahr 2014 geht weiter. Der nächste Urbane Spaziergang beginnt am Sonntag, den 23.03.2014 um 14Uhr. Teffpunkt ist die Endhaltestelle Sebaldsbrück der Linien 2 und 10.

Wir werden somit insgesamt drei Urbane Spaziergänge im Februar, März und Mai 2014 mit Euch gemeinsam erleben. Weitere folgen....>>>>






Vielen lieben Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Großen Dank auch an (c) Daniel Telkmann, (c) Daniel Hüttenmeister und (c) Moritz Trautner für die Fotografien. Der nächste Urbane Spaziergang „Neue Zinnen auf alten Schlössern – eine Zeitreise über alte Dorfwege“ findet am Sonntag, den 23.03.2014 um 14Uhr statt. Treffpunkt von BREMER MODERNISIEREN ON TOUR: Urbaner Spaziergang  in Hemelingen, So, 23.3.2014,
14 – 16 Uhr Treffpunkt: Endhaltestelle Sebaldsbrück BSAG 2/10 Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung!

Montag, 10. Februar 2014

Urbaner Spaziergang "Büroflut am alten Pegel – der Mensch lebt nicht vom Loft allein" am Sonntag, den 23.02.2014 um 14Uhr




Funkelnd erhebt sich die Fassade des Weser-Towers als markantestes Element in der Skyline der neuen Überseestadt. Zu seinen Füßen zieht sich ein neuer Park in künstlicher Eleganz zum Europahafen, gibt den Blick frei auf frischen Beton, der aus Baustellen links und rechts des Weges empor wächst. 
Die erste Welle aus Loftbüros und Wohnlofts ist schon aus dem Europahafen geschwappt und strahlt im Glanz frisch ausgepackter Gebäude. Es entsteht eine schöne neue Welt, die auf den ersten Blick alle Zutaten für eine positive Zukunft der ehemaligen Hafenreviere beinhaltet. Mit unserem Urbanen Spaziergang geben wir eine Wasserstandsmeldung für die Überseestadt ab.
Mit freundlicher Unterstützung von energiekonsens und  Bauraum Bremen e.V.  
AAA Autonomes Architektur Atelier in Bremen
Titel: Daniel Schnier und Oliver Hasemann, Text: Oliver Hasemann, Gestaltung und Fotografien: Daniel Schnier

Donnerstag, 14. November 2013

Delmenhorster Kurier, 12.11.2013 "Stadt-Spaziergängern die Augen geöffnet" © Wolfgang Bednarz, NWZ, Oldenburg


DELMENHORST Oliver Hasemann und Daniel Schnier sehen aus wie ganz normale Männer in der zweiten Hälfte ihres vierten Lebensjahrzehnts. Hasemann, glattrasiert, Brille und lichtes Haar, könnte Bank- oder Versicherungskaufmann sein. Schnier traut man mit seinem Vollbart und Mütze einen handwerklichen Beruf zu. Doch es ist alles ganz anders.
„Wir sind Künstler“, sagen sie. Seit sieben Jahren bilden der Architekt und der Stadtplaner in Bremen das „Autonome Architektur Atelier“. Zu ihren Spezialitäten gehören „Urbane Spaziergänge“. Einen solchen haben sie anlässlich der Finissage der Galerie-Ausstellung „Ina Weber. HIER“ am Sonntagnachmittag in Delmenhorst veranstaltet. An der etwas anderen Stadtführung nahmen 15 interessierte Delmenhorster und einige Auswärtige teil. Ina Webers Werk war der Leitfaden, an dem sich die zwei Stadtspaziergänger orientieren wollten. „Wir werden also nicht die klassischen Orte aufsuchen, sondern hinter die Fassaden schauen“, sagt Hasemann zur Einstimmung. Gesagt, getan.
Erster Stopp ist ein Innenhof der Berufsgenossenschaft. „Hier sehen wir eine Art japanischen Steingarten“, sagt Hasemann. Schnier weist auf die an ägyptische Architektur erinnernde terrassenartig gestaltete Fassade hin. Und auf den „Geysir-artigen Brunnen“. Die Spaziergänger amüsiert’s. Doch das ist noch nicht alles. Im Dialog werfen sich „Herr Schnier“ und „Herr Hasemann“ die Bälle zu. „Das ist der einzige Platz in Delmenhorst mit zwei Sonnen“, hören die Spaziergänger. In der Tat spiegelt sich die Sonne in einer Glasfassade wider und strahlt so von zwei Seiten.
Neben dem Lichtkontor an der Bremer Straße ist eine Brache. Die Gruppe rätselt, was hier einmal gestanden haben mag. Jetzt biegen die Spaziergänger in die Nelkenstraße ein, halten bei der Neuapostolischen Kirche. Im Schaukasten neben dem Eingang hängt ein Plakat mit der Aufforderung „Gehen Sie weiter!“. Doch man bleibt noch stehen, fragt sich, ob das streng wirkende Gebäude schon immer eine Kirche war.
Am Ende der Straße steht ein leerstehendes Fabrikgebäude, eine alte Strickerei. Was macht man mit einem solche Gebäude? Hasemann und Schnier machen darauf aufmerksam, dass solche Objekte in Bremen niemals lange leerstehen würden.
In der Grünen Straße stehen viele eigenartige Häuser. Zum Beispiel das zur Straße hin aufgeständerte Gebäude, in dem früher mal ein berufliches Förderzentrum und davor ein Bodenbelagsbetrieb untergebracht waren. Warum nur gibt es in Delmenhorst so viele ungenutzte Immobilien? Die Gruppe biegt ein in die Cramerstraße, staunt über das Gebäude mit der Amtsgerichts-Nebenstelle und dem „Hardball Café“. Gegenüber dem ehemaligen Lichtspielhaus stoppt man vor einem alten, denkmalgeschützten Haus. „Hier traut sich wohl keiner ran“, wird vermutet.
Letzter Halt ist die Bebel­straße. Freie Sicht auf den rückwärtigen Hertie-Komplex. „Vier Millionen wollen sie dafür haben“, erzählt eine Spaziergängerin.
Zurück im Haus Coburg lässt die Gruppe das Gesehene bei Kaffee und Kuchen noch einmal Revue passieren. So haben sie Delmenhorst noch nie gesehen, sind sich alle einig.
  www.aaa-bremen.de  

(c) 2013, Wolfgang Bednarz, Delmenhorster Kurier, Nordwest-Zeitung Verlagsgesellschaft mbH Co. KG, Amtsgericht Oldenburg Nr. HRA 3586
http://www.nwzonline.de/delmenhorst/stadt-spaziergaengern-die-augen-geoeffnet_a_9,4,2100621683.html